Couch Potatoe

Eine kleine Einleitung zu diesem Projekt:

Nach ewiger und nicht endender Updateritis und anderer Netzstrapazen wie ausgelaufene Lizenzen diverser Online-Verleiher oder beknackten Windowsmeldungen bei Netzaktivitäten sind grausige Nebenerscheinungen, bei der Möglichkeit seine begrenzte Freizeit mit einem Film zu gestalten. Als wenn man Lust hätte sich in einer spannenden Weltraumschlacht/Horror – Szene oder einem triefenden Schmalzstreifen Windows 10 runterzuladen! Wenn nun alle diese Nervereien nach einer gefühlten halben Stunde entfernt sind, klingelt mit höchster Wahrscheinlichkeit das Telefon und man wird mit einer Nebensächlichkeit belästigt. Nun ist man an dem Punkt angekommen, wo man das Gerät aus dem Fenster schmeißen möchte (wird irgendwann teuer).

Also habe ich mich entschlossen ein leistungsfähiges PC-Innenleben im Jahre 2009 in eine uralt Midi ATX Dose zu basteln und die gesammelten Werke auf Festplatten zu verbannen. Die alte häßliche Dose wurde mit ein paar nützlichen Tools wie Festplattenwechselrahmen und Fernbedienung ausgestattet und außerdem mit einem Seitenfenster und ein paar Spraydosen aufgemotzt.

Mit einem Media-Center Programm namens XBMC (Frodo) und einer Fernbedienung ist eine astreine „Offline Couch Potato“ entstanden.

—  Einschalten  —  Film auswählen  —  play drücken  —  Telefon aus  —  freuen  —

——————-VORHER————————————————Alter Rechner 3

Alter Rechner 4

——————-NACHHER————————————————

IMG_0091

 

IMG_0088.JPG

Nun zum Umbau,

mit einer Mini-Kreissäge und ein paar Spraydosen habe ich das Gehäuse angepasst und ein bisschen aufgemotzt. Der PC soll seinen Platz im Wohnzimmer finden und Filme in HD geräuschlos wiedergeben. Für lärmreduzierende Maßnahmen kommen ein Dämmkit, ein leises Netzteil und ein paar super leise Lüfter von BeQuiet zum Einsatz.

P1000751

P1000752

P1000753

Und hier noch ein paar Daten zum restlichen Inhalt:

  • Brett: MSI 990FXA GD65
  • Proz: AMD (Deneb) 910e 4x 2,6 GHZ (4×3,5GHZ 120Watt möglich) 65 W, 10MB Cache
  • Riegel: CORSAIR 4 x 2 GB DDR3 Dominator 1600 MHz (8GB)
  • Grka: Sapphire ATI Radeon 5870 OC mit Accelero Twin Frozer erste DX11 Karte
  • Power: BeQuiet Darkpower Pro P7 550W
  • Propeller: BeQuiet Silent Wings 2x120mm 1x92mm
  • CPU Kühler: Scythe Grand Kama Cross 17x20x13cm L/B/H ziemliches Monstrum
  • HDD´s: 2xWD Green 4TB im Halterlosen Hot-Swap
  • SSD: Corsair 120GB CSSDR20GB2 im Halterlosen Hot-Swap
  • ODD: Pioneer BD206 BluRay Brenner
  • OS: Windows 7 Ultimate
  • Sonstiges: Cardreader mit IR & USB

Die Grafikkarte ist eine Sapphire AMD Radeon HD5870, der Originalkühler ist wegen grausamer Lärmentwicklung gekündigt worden und ist auf ein Accelero Twin Frozr umgerüstet worden, welcher nur beim Zocken kaum zu hören ist.

DSC00881A

P1000610A

Als erste DX11 Karte mit vielen Frames beim Zocken und mit  geringer Stromaufnahme von lausigen 11 – 25 Watt im Idle und HD-Filmwiedergabe, ist die Karte perfekt für leise bzw. wohnzimmertaugliche PCs (Vorausgesetzt man rupft den Werkspropeller von der Platine).

Um das Gerät wirklich leise zu bekommen, musste ein Prozessor mit geringer Stromaufnahme her. Merkwürdigerweise kam ein AMD (diese haben normalerweise mit Energieeffizienz nix am Hut) zum Einsatz. Aber mit einer Stromaufnahme irgendwo zwischen 35 (Idle) und 100 Watt (prime) war AMD mit dem Deneb 910e der einzige mit derart geringem Strombedarf.

Mit vier Rechenkernen und gesamt 10MB Cache ein echtes Stromsparpferd. Mit vier 2GB 1600 Mhz Dominator Ram Modulen wurde es unter dem RIESEN Kühler vom Typ Scythe-Grand-Kama-Cross ziemlich eng.

DSC00851

Der einzige Kühler, der quer über das Mainboard verläuft.

DSC00847

DSC00878

DSC00879

Das Netzteil (Be Quiet Dark Power Pro P7 550W) wurde als Restposten für einen Fünfziger abgegriffen und ist auch ein ziemlicher Brecher. Zwischen dem Netzteil und den Laufwerken wurde es ebenfalls ziemlich eng. Die Kabel unterzubringen, war ein echtes Kunststück.

DSC00876

P1000749

Die Lüfter wurden mit einen selbst gebautem Adapter angebunden, welcher sich mit einem Thermostaten schalten lässt. Die 7V und 12V Adern wurden auf einen Minithermostaten (aus / 7V / 12V) gelötet und parallel auf einen Schalter (ein / aus / ein) geklemmt (falls der Thermostat versagt) und die Enden mit Mollexbuchse und Stecker versehen und ans Netzteil gesteckt. Somit war für ein paar Cent und ein Besuch bei Conrad eine BIOS -unabhängige Thermalsteuerung geboren.

DSC00883

DSC00886

Ein 12cm Lüfter musste wegen des CPU Kühlers in die Seite, weil sich dieser nicht auf dem Kühler befestigen ließ. Außerdem sollte das Mainboard ohne Komplikationen und Kabelgestrüpp mit einem Schlitten aus dem Rechner entfernt werden können. Also musste der Lüfter in die Tür und eine brauchbare Steckverbindung her. Das Öffnen und Schliessen der Seitenwand war jetzt ohne Kabelgefriemel möglich.

Tür Lüfter

DSC00863

Das Seitenfenster erhält noch eine Dichtung, eine Beleuchtung ist nicht nötig, da die LED auf dem Mainboard für die Speicherauslastung für genug Disco sorgen (zum Glück abschaltbar).

DSC00865

Jetzt noch den Rest in die Dose quetschen,

DSC00881

und Kabel verschwinden lassen.

DSC00889

Bitumen, Silikon und Schaumstoff sorgen für Schallschutz und weitgehende Staubfreiheit. Alle Ritzen und Löcher wurden mit Dämmstoff dicht gemacht, um das Ansaugen von Eigenluft unmöglich zu machen. Somit bekommt das Gehäuse nur Fremdluft mit geringerer Temperatur als das Innenleben.

Die Sharkoon Wechselrahmen hängen an Silikondämpfern und schlucken den Restschall der beiden 4TB Western Digital Green Platten, die ohnehin sehr wenig Lärm machen. Der Systemspeicher ist einer der ersten (erschwinglichen) SSD von Corsair mit 120 GB.

Der Kartenleser mit Infrarot Empfänger und Kleinstfernbedienung mit allen Funktionen von Conrad ist eine Sensation! Für zwanzig Piepen bekommt man Döner mit alles.            –     frisst alles    –    emfängt alles    –    und läuft auf jedem verwursteten Betriebssystem  –

Damit die Filme bestens auf der heimischen Plasma Glotze und entsprechendem Kinosound  vernünftig zur Geltung kommen, werden die ca. 500 Scheiben verlustfrei (DVD = ca. 7GB pro zweistündigen Streifen) auf die Festplatte gebraten und mit einer alten XBMC Version namens Frodo abgespielt.

Zur Info:

Die alte Version schluckt jeden Codec und gibt aus einer 0815 onboard Soundschleuder ein optisch einwandfreies AC3 ab und liefert exakt das was die Scheibe bzw. der VIDEO_TS Ordner her gibt. Außerdem frisst Frodo alle Datenbanken und wühlt sich selbstständig durch den Online Filmdatenbankenbrei. Die Archivierung und der Import der Filme erfolgt über ein Programm, was wir alle kennen. Frodo hat ein flottes Erscheinungsbild und zeigt alle relevanten Daten über den Film auf einem Blick. Man kann nach allem suchen (Darsteller, Genre etc.), und alle DVD Eigenschaften nutzen. Auch BluRay lässt sich mit einem kostenlosen Tool von Cyberlink über Frodo bequem abspielen.

IMG_0091

Fazit:

Der Rechner ist kompakt, leise, gutaussehend, werkzeuglos zu zerlegen und schnell. Die Schallpegel sind sehr niedrig und auch bei absoluter Stille im Raum aus einem Meter Entfernung nicht wahrzunehmen.

Die Temperaturen liegen mit maximalem 55° CPU und 42° Mainboard bei extrem übertaktetem System (3,6 GHZ) im besten Bereich. Bei normaler Taktung und Auslastung (0,8-2,6 GHZ) laufen die Lüfter mit 7 Volt und die CPU mit 35° sowie Mainboard mit 30° (NICHT HÖRBAR !!!). Die Lüfter und das Netzteil von BEQUIET machen Ihrem Namen alle Ehre und sind bei normalem Betrieb nicht zu hören, und gehen selbst bei Volllast niemanden auf den Geist.

#couch potato

Werbeanzeigen

Daddelkiste

Die „Daddelkiste“ ist 2009 entstanden und sollte vor allem aktuelle Spiele mit allen Details und ausreichend Frames (z.B. Crysis Warhead etc.) darstellen. Ausserdem stand der neue DX11 Standard vor der Tür.

Dies war mein erster Versuch Leistung und einen geringen Geräuschpegel unter einen Hut zu bringen. Bei Festplatten wie WD-Raptor und einer „ATI“ Radeon HD5870 kein leichtes  Unterfangen.

Um die Kiste leise zu bekommen, kamen aus dem Hause BeQuiet Lüfter und Dämmung zum Einsatz.

P1000618

Ein Riesen Kühler von Prolimatech „Megahalem“ und zwei Lüfter von Noiseblocker sorgen für ausreichend Abwärme und Ruhe. Über ein Kilo Gewicht und 16cm Einbauhöhe hängen jetzt am Mainboard.

P1000625

Die beiden 12 cm Lüfter vom Typ Noiseblocker NB Black Silent Pro sind bei geschlossenem Gehäuse nicht zu hören.

P1000622.JPG

Die Noiseblocker reichen für die Gehäusebelüftung nicht aus. Da mußten BeQuiet Lüfter mit größerer Fördermenge her.

P1000628.JPG

Die Festplatten entrichten ihren Dienst in trägerlosen Hot Swaps mit Entkoppelung.

P1000616

Die trägerlosen Quickports reduzieren Schwingungen und ermöglichen problemlosen Wechsel von Datengräbern.

P1000621

Die Grafikkarte ist unter Spielebelastung ein lärmender Alptraum (selbst durch geschlossene Kopfhörer). Folglich gab es auch dafür einen großen Lüfter mit ordentlich Hub und wenig Lärm (schiebt 160 Kubikmeter pro Stunde an der Grafikkarte vorbei). Der Lüfter der Graka lies sich runterregeln ohne das diese zur Herdplatte wurde. Das war die einzige Lösung ohne die Graka zu zerlegen und mit neuem Kühler auszurüsten.

P1000620.JPG

Am Displayport hängt ein Farbechter 24″ EIZO Monitor. Die Farben kommen gut zur Geltung und beim Zocken und Filme gucken leistet die Radeon super Arbeit.

P1000610.JPG

Für Videobearbeitung und ein schnelles Betriebssystem sind schnelle Platten von Vorteil. Vor allem zwei schnelle Raptoren aus dem Hause Western Digital im RAID O. Mit 250MB/ Sek. eine brauchbare Lösung. Nand-Flash-Speicher waren noch sehr teuer (SSD=Gebrauchtwagen).

DSC00179

Für die legendäre Kino Soundmaschine „Logitech Z5500“ und einem Speedlink Medusa 5.1 Headset mit Klinke kam nur eine Soundkarte von Creative Labs in Frage.

Das ASUS ROG Logo ist beleuchtet (bringt nur nix ohne Plexiglas in der Tür)

P1000632.JPG

Mit dem 5,25″ Anschlußeinschub, Regler und Makrotasten zum Umschalten von Kino (optical) auf  zocken am Abend (5.1 Klinke) und verschiedener Sound Modi, die Wiedergabe von DTS / Dolby Digital Inhalten und Games lässt die Fatality keine Wünsche offen. Als besonderes Schmankerl hat dieses Teil einen optischen Eingang.

P1000617

P1000633.JPG

Das Gehäuse ist ein Midi Tower AEGIS von Chieftec und bietet eine Menge Raum für einen Haufen Festplatten, große Grafikkarten und diverser 120mm Lüfter. Zudem hat es als Midi Tower Platz für vier 5,25″ Einschübe.

Das Netzteil von Cougar (Brand von Seasonic) passt farblich gut ins Konzept, ist modular und stellt 700 Watt zur Verfügung.

P1000606

Konfiguration:

  • MB: Asus Maximus III Formula
  • Proz: Intel i7 860
  • Ram: Corsair 4x 2GB DDR3 1600
  • Graka: ATI Radeon HD5870 1GB
  • Sound: X-Fi Fatality Titanium in eigenem Gehäuse und 5,25″ Panel
  • HDD: 2x WD Raptor 600GB 2,5″ (RAID O)
  • HDD: 2x WD ECO Green 1TB
  • ODD: Pioneer BD203
  • NT: Cougar S700 Modular
  • Gehäuse: Chieftech AEGIS Midi Tower, BeQuiet Dämmkit
  • Kühlung: Prolimatech Megahalems
  • Lüftung: 2x NB Black Silent Pro 120mm, BeQuiet Silent Wings 120mm
  • und irgendein orangener 160 mm Lüfter

P1000614

P1000629

P1000631